Erfahrungsberichte

Die Pferde fordern, aber nicht überfordern

...das war das Motto zweier Lehrgänge, veranstaltet von den Jungzüchtern der Haflinger-Vereinigung Chiemgau e.V..

Am letzen Samstag im November traf sich eine Schar springbegeisterter Haflingerzüchter, um sich vom erfolgreichen Springreiter Franz Steiner auf seiner Reitanlage in Coloman bei Tengling die Grundlagen zum Thema Freispringen lehren zu lassen. Am Vormittag bekamen vor allem die jungen, noch unerfahrenen Pferde die Möglichkeit, sich im überdachten Longierkreis an die Hilfengebung vom Boden aus und das freie Springen über bunte Stangen zu gewöhnen.
         
Manch junges Pferd wuchs dabei über sich hinaus, andere hingegen standen ihrer neuen Aufgabe eher skeptisch gegenüber. Steiner wusste aber jedes Pferd entsprechend seiner Vorkenntnisse und Fähigkeiten zu fördern, aber nicht zu überfordern. "Man kann einem jungen Pferd nichts geben, aber alles nehmen", meinte Steiner und erzählte viele Anekdoten aus seinem reichen Erfahrungsschatz von der Arbeit mit Pferden jeglichen Alters, Ausbildungsstands und Charakters.

Am Nachmittag wurde in der Halle eine Freispringgasse aufgebaut, in der die bereits im Freispringen erfahrenen Haflinger ihr Können unter Beweis stellten. Steiner erklärte den interessierten Züchtern den richtigen Aufbau einer Freispringgasse sowie das Heranführen der Pferde an ihre Aufgabe. Anhand praktischer Beispiele erläuterte der Springreiter die korrekte Hilfengebung durch die Peitschenführer als Unterstützung der Pferde und die Möglichkeiten, die Springtechnik der Tiere zu verbessern. Mit seiner Erfahrung konnte Franz Steiner aus jedem Pferd das Optimale herausholen und Tips für die weitere Springausbildung der Haflinger geben. Die mitgebrachten Haflinger lösten ihre Aufgabe alle sehr gut und der eine oder andere hatte soviel Freude am Springen, dass er am Ende der abgegrenzten Freispringgasse gleich noch über die Absperrung sprang und seiner Lebensfreude in der großen Halle durch Bocksprünge Ausdruck verlieh.

Zwei Wochen später drehte sich auf der Reitanlage Trauntein/Geißing alles ums Longieren. Pferdewirtschaftsmeister Helmut Meidert, bayerischer Meister der Vierspännerfahrer 2009, plauderte im theoretischen Teil aus seinem großen Erfahrungsschatz und erzählte und demonstrierte den zahlreichen, meist jugendlichen Zuhörern, allerlei Interessantes und Wissenswertes über die Arbeit der Pferde an der Longe. Neben der richtigen Ausrüstung von Longenführer und Pferd ging Meidert auch auf die Handhabung der Longe und die richtige Technik des Longierens ein. Vor allem die Arbeit an der Doppellonge sei für jedes Pferd, egal welchen Alters und Ausbildungsstands, sinnvoll, um Anlehnung, Losgelassenheit und Geraderichten zu fördern. Als Vorbereitung für den späteren Einsatz als Fahrpferd, aber auch für Reitpferde, ist die Arbeit mit der Doppellonge unerlässlich und ideal geeignet.

Nach der theoretischen Einführung ging es bei frostigen Temperaturen in die Reithalle. Helmut Meidert unterwies alle Interessierten im Longieren eines Pferdes sowohl an der einfachen als auch an der Doppellonge. Wenn auch der eine oder andere mit dem Wirrwarr an Leinen und Longe anfangs noch zu kämpfen hatte, zeigten sich doch bei allen bereits nach kurzer Zeit erste Erfolge. Auch die Pferde, die teilweise noch nie zuvor an der Doppellonge gearbeitet wurden, machten ihre Aufgabe gut und liefen zufrieden ihre Runden.

Für alle anwesenden Reiter, Fahrer, Züchter und Pferdefreunde waren diese beiden lehrreichen Tage sehr informativ und viele freuen sich auf eine Fortsetzung der Aktivitäten der Jungzüchtergruppe der Haflinger-Vereinigung Chiemgau e.V. im Frühjahr 2010.


Das etwas andere Fohlen: das "Schwarze Schaf" vom Hochberg oder ....des einen Freud', des anderen Leid

Mitten unter einer munteren Schar blonder Haflinger auf den satten Sommerweiden des Chiemgauer Voralpengebiets bewegte sich heuer ein etwas artfremdes Individuum in Gesellschaft des hoffnungsvollen Nachwuchses: "Lucky boy", ein zierliches, elegantes und hochbeiniges schwarzes Fohlen!
        
Und wie es dazu kam?
Das neugeborene Hengstfohlen der Haflingerstute "Leslie" vom Hochberg hatte, als es Ende April auf die Welt kam, eine geburtsbedingte Harnblasenverletzung und erreichte die Uniklinik in München nicht mehr lebendig. Wie's der Zufall will, bemühte sich zur gleichen Zeit ein schon ganz abgemagertes neugeborenes Araberfohlen, das man samt Mutter in die Klinik gebracht hatte, schon drei Tage lang um die Gunst seiner Mammi. Leider ohne Erfolg: die Dame wollte den Kleinen nicht annehmen. Da kam Leslie mit prallgefülltem Euter, eine Nakin-Tochter aus der Lysandra von Nandu II, und nach einem kleinen Franzbranntwein-Intermezzo zur Unterstützung der beiderseitigen Annäherung troff dem kleinen "Lucky boy", wie ihn seine Besitzer sinnvollerweise tauften, die gute Haflingermilch schon ob des Überschußes aus den Mundwinkeln.
Das Mutter-Kind-Verhältnis ist bestens, wobei das "Kind" der Vize-Mutter an Größe kaum noch nachsteht. Ein Zeugnis für die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten unserer Haflinger!


Westernreiten mit Haflingern?

Eindrucksvoll präsentierte sich LUCCA (V: Nakin, MV Stanis) aus der Haflingerstute LILLY bei ihrem ersten Westernturnier. Nachfolgend der O-Ton einer stolzen Mutter: "Andrea und LUCCA haben sich voll als das "coole Team" erwiesen. Es hat solchen Spaß gemacht, den beiden zuzuschauen. Im Trail errangen sie auf Anhieb eine gute Platzierung und haben dabei einige der noblen Western-Pferde aus den Rängen geritten. Die beiden gehen mit einer erstaunlichen Ruhe an die Aufgaben heran, sie vertrauen sich gegenseitig und so sind auch völlig neue Gegenstände, wie Tor und Brücke, kein Problem. Sie erreichten noch einen 3. Platz in der Showmanship.         
Die Teilnehmerfelder waren recht groß und die anderen waren ältere Mädchen, meist mit den teuren Pferden von Mama, die dann auch die entsprechende Erfahrung haben. Am meisten hat uns die Harmonie gefreut, die von den beiden ausging. Wir denken, daß wir einige schöne Turnierjahre vor uns haben". Ergänzend sei hierzu gesagt, daß LUCCA sowohl englisch ausgebildet wurde als auch weiterhin überwiegend in dieser Reitvariante gearbeitet wird. Kann sich ein Züchter eine schönere Rückmeldung wünschen? LUCCA, die ihre Kindheit und Jugend auf dem Hochberg bei Traunstein verbrachte, wurde im vergangenen Jahr an die äußerst talentierte 10-jährige Andrea aus Ingolstadt verkauft.

Fortsetzung 2006/2007
Andrea hat mit ihrer Haflinger-Stute Lucca Parelli-Level 2 geschafft und das Horsemanship-Abzeichen in Bronze von Silvia Mathoi erhalten.

Um auch anderen interessierten Jugendlichen den Weg zum Horsemanship zu zeigen hat die Familie Wagner aus Ingolstadt den horsemanship-eASy-club gegründet und bietet einen preiswerten Einstieg in natural-horsemanship über das Internet an. Schauen Sie doch einfach mal vorbei: www.easy-club.de

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